Arbeitskreis Gegenargumente
Termine


Donnerstag, 28.09.2017, 19:30 Uhr (pünktlich!)

Diskussionsveranstaltung (der regelmäßige Diskussionstermin findet 2017 jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat statt)

Nach der Wahl

Der Wähler bekommt, was ihm versprochen wurde: eine Regierung und eine Opposition


Nächsten Sonntag „ist Wahl“ – das Hochamt der Demokratie, bei dem die Wahlbürger das Sagen haben. Zwischen der sonntäglichen Wahrnehmung ihrer stolzen Freiheit, frei und geheim ein Kreuz bei der Partei ihres Geschmacks zu machen, und den ab Montag morgen wieder ins Haus stehenden Alltagsgeschäften als Lohnabhängige, Mieter, Rentner, Studenten... fällt üblicherweise der Sonntag Abend, an dem sie von den Vertretern der wichtigen Parteien per „Elefantenrunde“ im Fernsehen darüber aufgeklärt werden, was sie sich mit der Wahl mal wieder geleistet haben:
– Die TeilnehmerInnen des erlauchten Kreises erklären den Wählern allen Ernstes, warum die so gewählt haben, wie sie es getan haben. Offenbar wächst mit der Stimmenanzahl auch das Definitionsrecht darüber, wie die Motivlage beim Wählen beschaffen war, die sich im Wahlkreuz so auffällig herauskürzt.
– Wer das „Mandat zur Regierungbildung“ erhält, wer „in die Oppostion“ geht, machen diese Damen und Herren gleichfalls unter sich aus. Je nach Stimmengewicht haben sie die Freiheit zur Regierungsbildung, bei der sie ihrem Wählerauftrag dadurch gerecht werden, dass sie so undogmatisch wie möglich die Optionen sichten und wahrnehmen. Den Schein, sich zu irgendetwas anderem als zur Machtübernahme verpflichtet zu fühlen, lassen sie dabei gar nicht erst aufkommen. Wenn sie sich geeinigt haben, teilen sie per öffentlicher Bekanntmachung mit, „wie der Wähler entschieden hat“.
– Die Parteien, die es trotz aller hartnäckigen Versuche nicht in die Regierung geschafft haben, betonen erstens, dass sie den „Wählerwillen respektieren“, was ihnen offensichtlich nicht leichtfällt, weil der seinen Dienst an ihrem Machtwillen verweigert hat. Zweitens schieben sie hinterher, dass der Wähler sie nicht verstanden, sich also keinen Gefallen damit getan hat, dass sie jetzt nicht „gestalten“ dürfen. Und drittens definieren sie ihren gescheiterten Versuch, an die Hebel der Macht zu kommen, dazu um, „vom Wähler den Auftrag zur Opposition“ erhalten zu haben, also die folgenden vier Jahre dazu zu benutzen, sich für die nächste Wahl als bessere Alternative zur Regierung zu inszenieren, was immer die demnächst auch tut.

So rührend kümmern sie sich also um die nachträgliche Aufklärung darüber, wie verkehrt es ist wählen zu gehen.
Darüber, wie sie das am Wahlsonntag 2017 hinkriegen, wollen wir auf der Veranstaltung diskutieren


Im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80 RGB, U-Bahn Haltestelle Theresienwiese (U4/U5), Raum 211/212 (2. Stock)
Anfahrt siehe auch hier.

Plakat hier


Lesetipps:

GEGENSTANDPUNKT 3-17

Gesundheit – ein Gut und sein Preis

Sabine Predehl / Rolf Röhrig

Die vorliegende Schrift

– erklärt, warum man so viel für seine Gesundheit tun muss, nämlich wodurch sie dauernd gefährdet und geschädigt wird.
– bestimmt den Fehler, den sich die medizinische Wissenschaft in der theoretischen Behandlung der gar nicht unbekannten gesellschaftlichen Krankheitsursachen leistet; sie benennt die affirmative Stellung zum System der Konkurrenz, die diesem Fehler zugrunde liegt, und zeigt die Konsequenz, mit der dieser Fehler in eine moralische Begutachtung der populärsten Krankheiten und ihrer Ursachen einmündet. Sie befasst sich außerdem speziell mit der Logik der wissenschaftlichen Pathologie des Seelenlebens sowie mit dem paradoxen Erklärungsmuster der Alternativ- oder „Komplementärmedizin“.
– befasst sich mit der medizinischen Praxis und dem vertrackten Verhältnis zwischen privatem Bedürfnis nach medizinischer Hilfe und allgemeinem Interesse an funktionstüchtigen Bürgern, also mit dem herrschenden Zweck, dem das von Staats wegen institutionalisierte Gesundheitswesen dient.
– würdigt das Geschäft mit der Gesundheit und das ebenso absurde wie erfolgreiche Bemühen des modernen Gemeinwesens, die Gesundheitsversorgung eines ganzen Volkes als Geschäftsfeld zu organisieren, dessen Finanzierung die Versorgten überfordert, also Nachhilfe durch staatliche Gewalt benötigt.

Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Gegenstandpunkt-Verlag

Das Finanzkapital

Peter Decker / Konrad Hecker / Joseph Patrick

Das Buch ist eine Neufassung der Artikel über das Finanzkapital, die in der Politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt in den Jahren 2008 bis 2011 erschienen sind.


Der Fall Griechenland


Zuletzt geändert: Wednesday, 20-Sep-2017 23:51:29 CEST
Angaben gemäß § 5 TMG: Theo Wentzke, Böblinger Str. 135, 70199 Stuttgart